Windpark vor Sylt – Nein Danke

20. Dez 2012 |

Bereits im Jahr 2002 wurde der geplante Windpark Butendiek, der westlich vor Sylt entstehen soll, vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie genehmigt. Geplant war ursprünglich ein sogenannter Bürgerwindpark, bei dem sich die Bürger mit beteiligen und so auch die erzielten Gewinne abschöpfen sollten. Nachdem dieses Vorhaben gescheitert ist, wurde das Projekt an den Bremer Windparkentwickler- und betreiber wdb verkauft. Der Bau der Anlage soll nun 2013 beginnen. Auch der Energiekonzern Vattenfall errichtet gemeinsam mit den Stadtwerken München einen Offshore-Windpark vor der Insel Sylt. Der Windpark Dantysk soll bereits im Jahr 2014 den Betrieb aufnehmen.

Keine schönen Aussichten
Bei solchen Großprojekten ist es kein Wunder, dass einige Sylter und Inseltouristen zum Teil große Bedenken haben und mit Ablehnung reagieren. Schließlich sehen diese riesigen Windräder, die in Zukunft vor der Küste stehen werden, alles andere als schön aus. Und auch der drohende Lärm trägt nicht grade zur Erholung bei.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Artenschutz. Ein Problem, das auch bei Onshore-Anlagen bekannt ist, ist die Tatsache, dass immer wieder Vögel mit den Windrädern kollidieren. Auf dem Wasser dagegen kommt noch ein weiteres Problem auf die Tiere zu. Der Seetaucher etwa, ein Vogel der in etwa so groß wie eine Ente ist, hält sich vom Herbst bis zum Frühling auf der Nordsee auf. Diese Tauchvögel, die der Vogelschutzrichtlinien unterliegen sind sehr empfindlich und halten stets einen Abstand von mindestens 2 Kilometern von jeglichen Bauwerken. Ihr Lebensraum würde sich also erheblich verringern. Ebenso wie die Vögel ist auch der in der Nordsee lebende Schweinswal von den negativen Auswirkungen der Anlagen betroffen. Der niederfrequente Lärm, der von den Windrädern erzeugt wird, stört die Wale in dem Maße, dass sie diese Orte meiden.

Kompromisse sind nötig
Bei allen berechtigten Zweifeln muss auch daran gedacht werden, dass eine Energiewende nur möglich ist, wenn Alternativen geschaffen werden. Selbst Naturschutzverbände wie der BUND sind nicht pauschal gegen den Bau von Offshore-Anlagen. Allerdings müsse darauf geachtet werden, den Tieren genügend Ausweichmöglichkeiten zu gewähren, um die Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten.

Die negativen Auswirkungen für den Menschen dürften jedenfalls eher gering sein. Die Windräder sollen immerhin soweit von der Küste entfernt gebaut werden, dass sie vom Land aus kaum zu sehen sein dürften. Das bedeutet, dass es auch kaum zu der befürchteten Lärmbelästigung kommen wird.

Solange also der Bereich vor der Küste nicht mit Windrädern übersät wird, sind die Windkraftanlagen ein entscheidender Schritt weg von Atomkraft und fossilen Brennstoffen.

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