Papenburg | Das Venedig des Nordens

21. Dez 2012 |

Papenburg | Das Venedig des Nordens

Das Venedig des Nordens ist ein geläufiger Beiname für Papenburg und dies wird durch zahlreiche Kanäle und Klappbrücken bestätigt, wobei die Klappbrücken wiederum auf das nahe Holland verweisen.

Religiöse Bauten in Papenburg
12 Millionen Ziegelsteine wurden verwendet, um die St.-Antonius-Kirche im Zeitraum von 1873 bis 1877 zu erbauen. Dabei musste die Hälfte der Ziegel dazu verwendet werden, das Fundament im moorigen Untergrund zu sichern. Die im neugotischen Stil errichtete Kirche bewahrt prächtige Wandmalereien in ihrem Inneren auf. Lediglich die Glasfenster der Seitenschiffe sind neueren Datums. Sie stammen aus dem Jahr 1965 und basieren auf einem Entwurf der Schwester Ehrentrud Trost.

Neben der neugotischen St.-Antonius-Kirche beherbergt Papenburg auch eine romanische Basilika. Das ewige Licht der Kirche wird durch ein komplett aufgetakeltes Schiff dargestellt. Ein Hinweis auf die Seefahrer-Vergangenheit der norddeutschen Stadt.
Den Leuchtturm von Riga kann der Besucher und Gast der Stadt auch in Papenburg erklimmen. Allerdings wird er hier „der alte Turm“ genannt und ist eine Nachbildung. Ursprünglich war der alte Turm einmal ein Kirchturm und ist der übrig gebliebene Teil des Gotteshauses.

Kultur und Geschichte
Ganz an den Anfang der Geschichte Papenburgs kann der Besucher des Freilichtmuseums Von-Velen-Anlage am Obenende gehen. Torfhäuser und Hütten sowie lebensgroße Bronzefiguren zeigen das Leben der ersten Siedler. Gleich gegenüber der Von-Velen-Anlage befindet sich das Papenbörger Hus, ein altes Kapitäns- und Ackerbürgerhaus. In dem Haus befindet sich heute eine Gaststätte, in der lokale Spezialitäten wie der berühmte Buchweizenpfannkuchen serviert werden.

Sehr sehenswert sind die Fresken mit Szenen aus der Stadtgeschichte, die den Sitzungssaal des Papenburger Rathauses zieren. Gebaut wurde das Rathaus im Jahr 1913 in einem barocken Stil inklusive eines Rathausplatzes mit gartenartigem Charakter.
Exakte Nachbauten von alten Papenburger Schiffen finden sich im Schifffahrtsfreilichtmuseum, jedoch sind die einzelnen schiffe über die ganze Stadt verteilt. Eine gute Möglichkeit, die Stadt und die Schiffe kennenzulernen. Eine der letzten Bockwindmühlen Deutschlands kann der Besucher am Kanal Wiek besichtigen.

Architektur und Neuzeit
Auf dem Gelände der Meyer Werft, die 1980 in den Außenhafen umzog, errichtete die Stadt ein Kultur- und Freizeitzentrum. Im Forum Alte Werft findet sich die Stadthalle und ein Theater. Wer sich für Heimatkunde interessiert, wird im ältesten Haus der Stadt fündig. Das Alte Amtshaus am Hauptkanal ist der Aufbewahrungsort für heimatkundliche Gegenstände. Das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der Geschichte der Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg.

Auch wenn die Meyer Werft umgezogen ist, befindet sich das größte überdachte Trockendock Europas immer noch in der Stadt, dessen imposante Erscheinung ein interessantes Beispiel moderner Industriearchitektur ist.

Bildnachweis: © Matthias Smit | piqs.de

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