Vom denkmalgeschützten Friesenhaus zum städtischen Schandfleck

7. Nov 2015 |

Vom denkmalgeschützten Friesenhaus zum städtischen Schandfleck

Das Küsterhaus in Niebüll

Nein, wer behauptet, dass sich in Niebüll nichts tut, der geht nicht mit offenen Augen durch die Stadt: Attraktive Vorzeigeobjekte der letzten Jahre sind u.a. zweifelsohne der Mensa-Bau mit einer neuerAula der Friedrich-Paulsen-Schule, die umfangreiche Sanierungdes Bahnhofes Niebüllder DB, der Neubau der Geschäftsstelle der VR-Bank Niebüll mit einer dekorativen Fußgängerbrücke über die Straße, die erfolgreiche Sanierung des Bahnwasserturms am Niebüller Bahnhof oder der gegenwärtig auf Hochtouren laufende Neubau eines Wohnhauses mit verschiedenen Geschäfte am Standort des ehemaligen Hertie-/Karstadt-Hauses. Und diese positiven Eindrücke setzen sich fort angesichts der in der letzten Zeit entstandenen neuen Wohngebiete mit schmucken Häusern in ganz verschiedenen Bauarten und Baustile.

Denkmalschutz vs. Verfall

Aber leider gibt es auch Orte innerhalb der Stadt, an denen man gerne die Augen schließen würde, um einen Schandfleck nicht zu sehen oder einfach zu übersehen. Leider geht das nicht und so muss man als Niebüller Einwohner oder als Gast der Stadt zur Kenntnis nehmen, dass das alte Küsterhaus neben Niebülls Wahrzeichen, dem Torbogen-Ensemble zur Christuskirche, immer mehr verfällt und früher oder später – wenn sich nicht schnellstens etwas ändert – hier nur noch der Abriss als Option bleibt.

Dies scheint auch Absicht des Eigentümers zu sein, denn substanzerhaltenden Maßnahmen sind leider nicht zu erkennen. Das denkmalgeschützte Haus befindet sich seit nunmehr 16 Jahren im Leerstand und die schon 2014 angekündigten Sanierungsmaßnahmen mit der Zielsetzung der Schaffung von zwei Ferienwohnungen scheinen das Papier nicht wert zu sein, auf dem diese Nachricht einst geschrieben wurde. Die bevorstehende Herbst- und Winterzeit 2015/2016 wird nicht dazu geeignet sein, hier Bau- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Das Haus mit den inzwischen vernagelten Fenstern und Türen versinkt in dem es umgebenden Gürtel von wildwachsenden Sträuchern und mannshohen Unkräutern.

Angesichts des gegenwärtigen Zustanden scheinen die Euphorie des Niebüller Geschichtsvereins, der damaligen Freude des Bürgermeisters und der Stadtvertretung von Anfang 2014 im Hinblick auf eine baldige positive Lösung mit Eigentümer und einem für den Umbau gewonnenen örtlichen Baubetriebes schnell wieder verflogen zu sein, denn „still ruht der See…“

Und mit Ansichtskarten mit dem Motiv eines schönen, historischen Friesenhauses mitten in der Stadt dürfte bei Sammlern ein guter Preis zu erzielen sein, wenn sich nach Abriss eines nicht mehr sanierungsfähigen Gebäudes an gleicher Stelle ein moderner Neubau befindet.

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