Titelverteidigung – Niebüll will „Luftkurort“ bleiben

3. Jul 2017 |

Titelverteidigung – Niebüll will „Luftkurort“ bleiben

Luftkurort, Seebad, Heilbad: Es gibt viele Begriffe für Erholungsorte. Dabei werden Kurorte in sieben Kategorien unterteilt: Heilbad, Kneippheilbad, Kneippkurort, Schrothheilbad, Schrothkurort, heilklimatischer Kurort und Luftkurort. Dabei werden für die Orte mit den verschiedenen Formen der „Heilbäder“ gewisse Qualitätsstandards vorausgesetzt, die in einem Kriterienkatalog festgeschrieben sind und deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert wird. Die Anforderungen steigen mit jeder Stufe: Klimatische und lufthygienische Voraussetzungen, genügend Ärzte und Gesundheitsangebote sowie touristische Einrichtungen wie Schwimm- oder Hallenbäder, Kneippeinrichtungen und Lesesäle sind als Standards anzusehen.

 

„Luftkurort“ ein touristisches Prädikat für vielfältige Angebote

Die Zusatzbezeichnung als „Erholungsort“ oder als „Luftkurort“ dagegen sind eher touristische Prädikate, die zunächst keine medizinischen Richtlinien erfüllen müssen. Schön. Weit. Oben. – so bezeichnet es das Logo der Stadt Niebüll und führt  darin selbstverständlich auch das Prädikat „Luftkurort“. Mit der Lage „ganz oben im Norden“ – praktisch zwischen Deutschland und Dänemark – ist Niebüll ein Zentralort der Region Südtondern und nach Husum die zweitgrößte Stadt Nordfrieslands.  Und obwohl Niebüll eine Stadt ist, gibt es hier immer noch idyllische Flecken zu finden, die den Alltagsstress vergessen lassen. Hier laden der Marschenpark, das Naherholungsgebiet Legerader Wald und die innerstädtischen Grünanlagen wie der Malmesbury Park oder der Stadtpark aktive Gäste und Einwohner zur Erholung im Freien ein. Zu den touristischen Angeboten der Stadt gehören ein  zentral gelegener Stellplatz für Wohn- und Reisemobile, ein Hallenbad und das Naturfreibad „Wehle“ mit einer Wassertretanlage nach Kneipp,  sowie eine verkehrsberuhigte Innenstadt, drei Museen, eine Stadtbücherei und, und, und… Weiterhin bieten  Kegelbahnen, Tennisplätze, Tennishallen, Squash-Anlagen, Reitplatz und Reithalle, der Skaterpark, Sportanlagen für die klassischen Breitensportarten sowie ein gut ausgebautes Rad-und Wanderwegenetz plus Nordic-Walking-Park mit 40 km Strecke auf sechs Routen eine abwechslungsreiche  Vielfalt für eine aktive Freizeitgestaltung.

 

Niebüll – Luftkurort seit 1985

Die stetige Weiterentwicklung von Niebüll  als touristische Drehscheibe zu den Inseln Sylt, Föhr und Amrum sowie zu den Halligen im Weltnaturerbe Wattenmeer, zur Nordseeküste selbst, in das südliche Dänemark und in die Städte Husum und Flensburg – all‘ das von hier aus in kurzer Zeit erreichbar, ob mit dem Auto, dem Wohnmobil, dem Zug, dem Auto-Zug oder mit dem Fahrrad wird seit 1985 mit dem Prädikat eines „Staatlich anerkannten Luftkurortes“  gewürdigt. Damit  wird ebenfalls anerkannt, dass  Niebüll über ein maritimes Klima verfügt, ähnlich dem der nordfriesischen Inseln und Halligen. Der überwiegend aus westlicher Richtung wehende Wind sorgt für hohe Luftreinheit und ein Reizklima, bei dem Wind und Wetter bei Urlaubern eine lang anhaltende und verbesserte Widerstandsfähigkeit bewirken und Grundlage für Kraft und allgemeine Leistungssteigerung für die Zeit zu Hause ist.

 

Die Vergabedes Titels “ LUFTKURORT “ erfolgt nach strengen Kriterien

Das Label „Staatlich anerkannter Luftkurort“ wird nicht auf Dauer vergeben und muss nach den Kriterien der „Begriffsbestimmungen / Qualitätsstandards für Heilbäder und Kurorte, Luftkurorte, Erholungsorte – einschließlich der Prädikatisierungsvoraussetzungen – sowie für Heilbrunnen und Heilquellen“ des DTV Deutscher Tourismusverband e.V. und   DHV Deutscher Heilbäderverband e.V. hinsichtlich der Anforderungen regelmäßig überprüft werden. Letztmalig erfolgte eine Fortschreibung dieser Standards nach Beschluss der DHV-Mitgliederversammlung vom 26. September 2015. Und auch wenn als „Luftkurort“ vordergründig keine medizinischen Richtlinien zu erfüllen sind, so sind für die Vergabe doch einige wichtige Kriterien ausschlaggebend. Dabei  ist das Kernstück natürlich die Bewertung der Luftqualität. Dazu werden hier über einen Zeitraum von 6 Monaten die klimatischen Daten an drei verschiedenen Standorten in der Stadt aufgezeichnet und ausgewertet.  Durch die Auswahl der Standorte sollen die lufthygienischen Verhältnisse im gesamten Aufenthaltsbereich der Erholung suchenden Urlauber  aber auch der Bürger der Stadt erfasst werden. Die Luftproben werden auf grobe Staubteilchen (gesamter Grobstaub ohne Blütenpollen), auf „schwarze“ Grobstaubpartikel, auf Blütenpollen sowie auf den Gehalt an Stickstoffdioxid untersucht. Der „schwarze“ Grobstaub entsteht vorwiegend durch den Kraftfahrzeugverkehr (vor allem durch den Abrieb der Kfz-Reifen und des Fahrbahnasphalts) sowie beim Heizen mit Holz und Kohle. Stickstoffdioxid gelangt hauptsächlich durch die Abgase des Verkehrs und im Winter auch durch die Heizungen in die Luft. Es ist ein Gas, das in höheren Konzentrationen den Atemwegen schaden kann. Aus den vergangenen Ergebnissen der Messungen der Luftqualität ist zu erwarten, dass auch mit einem neuerlichen Amtlichen Gutachten des Deutschen Wetterdienstes der Stadt Niebüll bescheinigen wird, dass die lufthygienischen Voraussetzungen in Verbindung mit dem Bekenntnis zum Fremdenverkehr  und der ständigen Weiterentwicklung von infrastrukturellen Maßnahmen für das Prädikat „Staatlich anerkannter Luftkurort“ auch weiterhin erfüllt sein werden.

Der Titel „Staatlich anerkannter Luftkurort“ zahlt sich aus

Für die Stadt insgesamt ist so ein Prädikate natürlich erstrebenswert. Denn: Der Titel zahlt sich aus, mit ihm lässt sich gut für das touristische Potenzial der gesamten Region Südtondern werben. Andererseits fällt ein „Staatlich anerkannter Luftkurort“ unter die „Bäderverordnung“ und schafft damit die Voraussetzung, dass im Zeitraum vom 15. März bis 31. Oktober und vom 17. Dezember bis zum  8. Januar Waren des täglichen Bedarfs  auch sonntags verkauft werden können. Besonders im Hinblick auf die Erweiterung der Übernachtungskapazitäten im Nachbarort Dagebüll und die zunehmende Bereitstellung von hochwertigen Urlaubsquartieren in den umliegenden Nachbargemeinden ist dieser Umstand besonders wichtig: Die Anreise der Urlauber und Gäste erfolgt in der Regel am Sonnabend und oft eben auch am Sonntag. Und zum Einkaufen fährt man gerne nach Niebüll, was für den örtlichen Handel Möglichkeiten für erweiterte Ladenöffnungszeiten ergibt und damit ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist.

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