Seefahrt Meilenstein in der Schiffssicherheit

5. Dez 2015 |

Seefahrt Meilenstein in der Schiffssicherheit

Eine Erfindung aus Schleswig-Holstein !

Große Anerkennung für einen schleswig-holsteinischen Erfinder
Nach der der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 2013 erfährt zurzeit ein Schleswig-Holsteiner eine verdiente Ehrung, der
für die Sicherheit auf See, für die seefahrenden Menschen so unendlich viel geleistet hat:
Dem heute 92jährigen Ernst Nicol ist noch bis zum 29. Mai 2016 im Flensburger Schifffahrtsmuseum, Schiffbrücke 39, eine Sonderausstellung „Ernst Nicol: Retter der Seeleute“ gewidmet.

Persönliche Sorge um Menschen in Seenot
Beruflich nach dem Krieg bis zu seinem Ruhestand 1987 auf der Husumer Schiffswerft der Gebrüder Kröger mit der Konstruktion u.a. von Krabbenkuttern, Containerschiffen, Fahrgastschiffen und Schleppern beschäftigt, machte sich der gebürtige Flensburger als gelernte Schiffbauer Gedanken um die Selbst-Rettung von Schiffbrüchigen auf See. Die in der Vergangenheit genutzten offenen Rettungsboote bargen für Menschenin Seenot vielerlei Gefahren: Schon das Aussetzen der Boote war bei Schräglage des havarierten Schiffes ein großes Problem, brechende Wellen ließen die Boote voll Wasser laufen und sinken, Kälte und Nässe brachten Unterkühlungen, Erfrierungen und Tod.

Die Idee vom „unsinkbaren Rettungsboot“
Sie nahm Gestalt an, als er im Husumer Hafen eine Konservendose beobachtete, die nicht unterging.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit und auf eigene Rechnung und mit der großartigen Unterstützung seiner Ehefrau Leni begann er die Planung für das Projekt eines unsinkbaren Rettungsbootes, für das er 1954 mit einem Modell des „Insassen-Schutz-Rettungsbootes“ mit einer geschlossenen Überdachung die perfekte Lösung gefunden hatte.
Nicol gelang es, in Bardenfleth an der Weser eine Werft zu finden, die sich seiner Erfindung annahm und auch die Patentanmeldung in zehn Ländern konnte vollzogen werden. Trotzdem blieben offene Rettungsboote, insbesondere auf Betreiben der Reedereien, die das teure „Nicol-Rettungsboot“ aus Kostengründen ablehnten, weiterhin ein unzulänglicher Standard in der Schifffahrt.

Erst 1960 auf der internationalen Seeschifffahrtskonferenz in London, zu der man eigentlich wegen der „Andrea Doria“ – Kollision eingeladenhatte, wurde eine Empfehlung verabschiedet, dass nur noch Schiffsneubauten mit „Nicol-Booten“ ausgestattet sein sollten. Trotzdem dauerte es noch bis 1983 bis der Schiffssicherheitsausschuss (Maritime SafetyCommittee) der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO)der UNO die Verwendung von vollständig geschlossenen Rettungsbooten in der Fracht- und Passagierschifffahrt verbindlich regelte.

Für den international heute weitaus unbekannten Erfinder dieser inzwischen in aller Welt standardmäßig verwendeten unsinkbaren Rettungsboote kam eine Anerkennung allerdings zu spät – wegen der zu hohen Gebühren musste er die Patentrechte nach 18 Jahren auslaufen lassen, so dass er aus seiner genialen Idee auch kaum einen finanziellen Nutzen ziehen konnte.

Möge die Ausstellung ein großer Erfolg werden und vielen Besuchern Einblicke in innovative Entwicklungen von Menschen im Bundesland zwischen den Meeren geben, die mit der Seefahrt stets eng verbunden waren.

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