Der Seeadler in Nordfriesland

10. Jan 2016 |

Der Seeadler in Nordfriesland

Na klar, ein heiles Fleckchen Natur!

Mit Besuchern aus Mecklenburg-Vorpommern kam es vor einigen Tagen zu einem interessanten Gespräch über dortige Naturschutzgebiete und deren Besonderheiten. Dabei kam die Rede auf den Bestand an Seeadlern in den verschiedenen Revieren, insbesondere in den Nationalparks, in denen die naturnahen Wäldern wichtige Brutareale darstellen.

Und stolz wurde von Adlerbruten im Nationalpark im Darßwald berichtet, von Adlerbeobachtungen an der Südspitze der Insel Hiddensee, am Obersee in Krakow am See, am Drewitzer See oder in der Gegend südlich von Röbel im Müritz Nationalpark. Und etwas mitleidig kam dann die Meinung auf, dass uns hier in Nordfriesland das unverkennbare Flugbild dieses mächtigen Vogels mit seinen gewaltigen, brettartigen Schwingen ja leider nicht bekannt sei.

Mitnichten, liebe Freunde, auch in Schleswig-Holstein ist das Wappentier Deutschlands, der Seeadler als die größte europäische Adlerart bekannt.

Zwar benötigt der Seeadler zum Bau seines Horstes unbedingt alte und hohe Bäume und Nordfriesland ist ja nun bekanntlich keine herausragende waldreiche Gegend. Trotzdem konnte zum Beispiel 2014 im Bereich des Langenberger Forstes in der Nähe von Leck ein neuangesiedeltes Pärchen ein Jungtier großziehen.

Verlautbarungen der „Projektgruppe Seeadlerschutz“ verweisen darauf, dass sich 2014 in Schleswig-Holstein insgesamt sechs neue Seeadler-Paare in den Kreisen Plön, Ostholstein, Rendsburg, Herzogtum Lauenburg, Nordfriesland und Dithmarschen ansiedelten, wobei insbesondere die Neuansiedlung in Dithmarschen eine Überraschung gewesen sei, da an der Nordseeküste die Anzahl der zur Brut geeigneten Seeadler-Lebensräume sehr gering sei. Gegenwärtig wird in Schleswig-Holstein von insgesamt 48 Seeadler-Paaren ausgegangen, die landesweit hier ein Revier haben. Diese zogen 2014 insgesamt 61 Jungvögel erfolgreich auf.

Und da Seeadler sich ganzjährig in den Revieren in der Nähe von Küsten- und Boddengebiete aufhalten, steigt die Anzahl der der sich in den Herbst- und Wintermonaten hier aufhaltenden Vögel mit sinkenden Temperaturen. Die großen Ansammlungen von Wasservögeln sowie die winterbedingt verendeten Vögelbieten für die noch jagdunerfahrenen Jungvögel im und am Wattenmeer sehr gute Nahrungsbedingungen.
Vereinzelt werden auch Altvögel beobachtet, die im Winter von den benachbarten Brutplätzen des Binnenlandes hierher herüberkommen

Sowohl von interessieren Vogelfreunden als auch von Ornithologen werden im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und im Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen gerne Stellen aufgesucht, von denen aus die Beobachtung der Seeadler,teilweise sogar ganzjährig, relativ problemlos möglich ist.

Das sind Beobachtungsplätze zum Beispiel in Nordfriesland im Hauke-Haien-Koog, im Rickelsbüller Koog an der deutsch-dänischen Grenze oder in der Umgebung von Neukirchenund im Katinger Wattoder in Ditmarschenam Meldorfer Speicherkoog, und im Eiderästatur(Ästuar = der Flut ausgesetzte Flussmündung)

Wie man in den berühmten afrikanischen Nationalparks stolz die „Big Five“ (Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard) präsentiert, so verweisen wir in Schleswig-Holstein genauso stolz auf „De GrotenFiev“ in unserem zum Weltnaturerbe ernannte Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – auf Seehund, Kegelrobbe, Schweinswal, Seeadler und Europäischer Stör.

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