Raubritter der Meere auch in der Nordsee ?

3. Sep 2015 |

Raubritter der Meere auch in der Nordsee ?

Plünderer am Meeresgrund
Was sich da im vergangenen Monat in der Nordsee um die Hochseeinsel Helgoland abgespielt hat, könnte gut und gerne die Vorlage für einen Kriminalfilm abgeben.
Die Hauptrolle sollen dabei Mitglieder eine niederländischen Tauchclubs spielen, die sich über die sehr interessante Freizeitgestaltung des Tauchens hinaus als Wracksucher und was noch schlimmer ist – als Wrackplünderer – einen unrühmlichen Namen gemacht haben.

Ziel der räuberischen Tauchgänge war dabei das Wrack des Kleinen Kreuzer „SMS Mainz“ der Kaiserlichen Deutschen Marine, der im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. „SMS Mainz“ gehörte zur Kolberg-Klasse,
lief 1909 vom Stapel und wurde im August 1914 im ersten Seegefecht des Ersten Weltkrieges westlich von Helgoland von britischen Kriegsschiffen versenkt.

Da mit dem Schiff auch etwa 90 Besatzungsmitglieder in den Fluten der Nordsee versanken, zählt das Wrack als Kriegsgrab und die Betauchung sowie die Veränderung an den Überresten des Schiffes werden als Störung der Totenruhe geahndet. Außerdem gehören Wracks rund um Europas Küsten zum Underwater Heritage of Europe, also dem Unterwasser-Kulturerbe Europas, und sind damit Teil des archäologischen Kulturgutes.
Was nun durch die Taucher im Rahmen eines regelrechten Beutezuges vom Meeresgrund geholt wurde, widerspricht allen ethisch-moralischen und historischen Grundsätzen der Wahrung der Totenruhe und stellt einen Verstoßes gegen das Denkmalschutzgesetz dar, denn gesunkene Kriegsschiffe gehören rechtlich gesehen dem Land, für das sie zuletzt unterwegs waren.

Die Präsentation unter anderem eines Maschinentelegrafen und ein Sextanten der „SMS Mainz“ auf der Facebook-Seite des Tauchclubs im Internet zeigen, wie wenig Respekt und Achtung hier an den Tag gelegt wurde, denn der Denkmalschutz, den die Wracks als bedeutende Funde für die Unterwasserarchäologie genießen, verlangt selbst für die Entwendung und Entfernung kleinster Gegenstände hohe Strafen.
Da sich hier Hobby-Taucher auf eine Stufe mit Souvenirjägern und Wrackplündern gestellt haben, wurde bereits Strafanzeige gestellt und der Fall beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft.

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