Neues Freudenhaus auf der Ferieninsel Sylt ?

20. Nov 2015 |

Neues Freudenhaus auf der Ferieninsel Sylt ?

Rote Karte für Rotlicht-Etablissement im Zentrum von Westerland?

Nichts beschäftigt die deutschen Gerichte häufiger als Nachbarschaftsstreitigkeiten. Niemand klagt so oft wie Menschen, die von ihren Nachbarn belästigt, gestört, drangsaliert oder sogar bedroht werden. Meist geht es dabei um Ruhestörungen, Streitigkeiten am und über den Gartenzaum, Grillen auf dem Balkon, Belästigungen durch Raucher und vieles mehr.
Mit einer etwas „delikateren“ Form eines Nachbarschaftsstreites muss sich gegenwärtig das Amtsgericht in Niebüll beschäftigen.

Bordell in der Innenstadt – ja oder nein?

Zunächst sieht das vor dem Gericht anhängige Verfahren recht einfach aus: In der Innenstadt von Westerland, in der Stephanstraße 8, steht im
Appartementhaus „Haus Ankerlicht“ ein ehemaliges Restaurant im Erdgeschoss leer. Der neue Eigentümer stellte sich für die Nutzung der Räume eine Arztpraxis und einen Backshop vor und fand hierfür bei den anderen Eigentümern der Wohnungen des Hauses Zustimmung, zumal er auch vorhatte die Hausfassade zu erneuern.

Der Backshop ist inzwischen eingezogen, nicht belegt werden konnten jedoch die Räume für die Arztpraxis. Daher sollte eine Umwidmung zur Verwendung der leer stehenden Räume in eine „Schankwirtschaft“ erfolgen. Auch das wäre noch nicht weiter problematisch, da In den Räumen nach einer Vereinbarung aus den 1970er Jahren eine Gaststätte betrieben werden darf und hier bis 2011 ein China-Restaurant ansässig war.

Für den Betrieb der „Schankwirtschaft“ gab es dann auch sehr schnell eine Mieterin, die allerdings am Stadtrand von Westerland an der Norderstraße ein Bordell und keine normale Gaststätte betreibt. Da ihr das gegenwärtig bezogene Haus von außen zu schmuddelig erscheint, will die Betreiberin mit ihrem Betrieb nun umziehen.Dies ist nach Ansicht einiger Wohnungsbesitzer in dem Haus, die die Wohnungen zum Teil selbst nutzen bzw. teilweise als Ferienwohnungen vermieten, nicht zulässig – sie fühlen sich von ihrem Miteigentümer hinsichtlich dessen neuer Planung arglistig getäuscht.

Bordell oder Schankwirtschaft?

Die Klage der Eigentümer vor dem Amtsgericht Niebüllgeht davon aus, dass es Konsens dahingehend gibt, das niemand etwas gegen den Betrieb einer normalen Schankwirtschaft hat. Da jedoch die Mieterin einen Nachtclub hätte der gleichzeitig der Vermittlung von Prostituierten dieneund diesen an dem neuen Ort weiterbetreiben wolle, gehe man von der Ungültigkeit eines Mietvertrages zum Betrieb einer „Schankwirtschaft“ aus.

Dies sieht die Gegenseite natürlich anders und betont, dass die Räume ja eben nicht als Bordell oder Nachtclub vermietet würden, sondern als normale Schankwirtschaft, als Gaststätte, in der nur Getränke verkauft werden. Da eine andere Nutzung nicht geplant sei, wäre ein diesbezüglicher Mietvertrag rechtens. Daran glaubt allerdings die Klägerseite nicht und geht von einem Scheinmietvertrag aus da diese nicht ganz unberechtigt nicht daran glauben wollen, dass die Mieterin tatsächlich ihr Geschäftsmodell ändern will.

Sex in the City oder doch am Stadtrand?

Eine Entscheidung im dem Verfahren vor dem Amtsgericht Niebüll soll am 16. Dezember im Rechtsstreit verkündet werden.
Doch auch damit ist der tatsächliche Umzug des alteingesessenen Bordells noch nicht absehbar. Die Bauarbeiten können derzeit nicht weitergehen, weil eine abschließende Baugenehmigung nicht vorliege. Allerdings geht das Bauamt davon aus, dass ein Bordellbetrieb ist in dem Gebäude offiziell auch gar nicht erlaubt werde, da lediglich eine Schank- und Speisewirtschaft beantragt sei.

Natürlich ist man auf der Insel der Schönen und Reichen nicht prüde und hier auch in keiner Weise „verklemmt“. Aber „Sex in the City“ und zwar mitten in the City von Westerland, soweit scheint das Verständnis der Verantwortlichen im Rathaus Westerland in punkto gewerbliche Lustbefriedigung nun doch nicht zu sein.
Und so sagte einer der betroffenen Eigentümer „Generell habe ich nichts gegen ein Bordell – aber an so einer prominenten Stelle in Westerland muss es ja nicht sein“

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