Bahnverbindung Niebüll–Flensburg

13. Aug 2015 |

Bahnverbindung Niebüll–Flensburg

Neue Chancen oder ein Sommerloch – Thema ?

In regelmäßig wiederkehrenden Abständen und oft erst nach vielen Jahren werden Themen „aus der Schublade“ gezaubert, die im Allgemeinen als längst erledigt gelten. So kommt auch die alte, eingleisige Bahnverbindung zwischen Niebüll und Flensburg, die 1889 eingeweiht wurde, auf der 1981 letztmalig ein Personenzug verkehrte und die im Jahr 1999 endgültig stillgelegt wurde, immer mal wieder ins Gespräch und das nicht nur bei Nostalgikern und Eisenbahn-Fans, sondern auch von Seiten der Politik .
Im Jahr 2008 tauchte im „Dritten Landesweiter Nahverkehrsplan für Schleswig- Holstein 2008 bis 2012“ der damaligen schwarz-roten Landesregierung unter dem Szenario „Perspektive“ eine Maßnahme auf, die so manchen Bahnkunden zwischen Westerland, Niebüll und Flensburg entzücken dürfte.

Von einer Reaktivierung der Strecke Flensburg – Niebüll ist dort die Rede, von einer Bedienung gar im Stundentakt. Experten haben dazu errechnet, dass man die Distanz zwischen Flensburg und Niebüll nach der „Ertüchtigung“ in 40 bis 45 Minuten zurücklegen könnte. Für die Verbindung Flensburg – Westerland/Sylt, für die man bislang zwei Stunden braucht, wäre dann nur noch ein Zeitaufwand von rund 80 Minuten.

Im September 2014 brachte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) die Strecke Flensburg – Niebüll in einem anderen Zusammenhang wieder ins Gespräch: Mit der Errichtung eines Verladeterminals an der A7erwägte dieser, die Autozugverbindung nach Sylt für Konkurrenten der Deutschen Bahn zu öffnen und dazu eine neue Linie auf den derzeit stillgelegten Gleisen zwischen Flensburg – Niebüll und der Insel Sylt auszuschreiben.

Ob diese Ambitionen ernst zu nehmen sind, oder ob es sich auch bei neuerlichen Äußerungen von Vertretern der Stadt Flensburg im Zusammenhang mit der Verbesserung der Bahnanbindung Hamburg – Pattburg und der Errichtung eines neuen Fernbahnhofes in Flensburg um die Ausgestaltung des „Sommerlochs“ in der nachrichtenarmen Zeit handelt, wird die Zukunft zeigen.
Denn ungeachtet solcher positiven Nachrichten für alle Freunde der Eisenbahn bleibt der Umstand, dass die notwendige Erneuerung der Gleis-, Signal- und Sicherungsanlagen, die z.T. notwendige Erneuerung bzw. des Baus von neuen Bahnhöfen, angedacht in Leck, Schafflund, Wallsbüll, Handewitt und Lindholm, die Schaffung von Bahnübergängen, der Ausweis geeigneter Parkflächen für Anwohner des Umlandes Investitionskosten im Bereich eines mehrstelligen Millionenbetrages erfordern. Bei der Haushaltslage von Bund, Land und Kommunen, bei Schuldenbremse sowie der Finanzierung langfristiger Infrastrukturvorhaben (u.a. Ersatzbau der Rader Hochbrücke im Verlauf der A 7, Weiterführung der Ostseeautobahn A 20 mit Elbquerung, Ausbau der A7 von Elbtunnel in Hamburg bis Autobahndreieck Bordesholm auf sechs bzw. acht Spuren, die immensen Kosten für den Mammut-Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals oder die Hinterlandanbindung der Fehmarnbelt-Querung nach Lübeck) dürfte, wenigsten in den nächsten Jahrzehnten, das Vorhaben für die Aktivierung der alten Bahnverbindung Flensburg – Niebüll tatsächlich in die Kategorie „Sommerloch“ gehören.

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