Funsportart Kitesurfen vs. Schutz des Wattenmeeres

9. Sep 2015 |

Funsportart Kitesurfen vs. Schutz des Wattenmeeres

Fun Ohne Folgen ?

Die Veranstalter selbst haben es als das das größte Kitesurf – Event der Welt vorgestellt – den Pringles Kitesurf World Cup 2015 in St. Peter-Ording, der in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiern konnte.
Bemerkenswert dabei ist, dass in St. Peter-Ording der einzige deutsche Stopp der offiziellen VKWC World Tour in Deutschland ist.
Dementsprechend groß war die Resonanz bei dem Aktiven, den besten Kitesurfern der Welt und denjenigen, die das noch werden wollen, von denen sich weit mehr als 100 Sportler in den Disziplinen Freestyle oder Slalom gemessen haben. Der zwölf Kilometer lange Strand von St. Peter Ording bietet mit viel Platz ideale Voraussetzungen für dieses Spektakel.
Wen wundert es da, dass auch in diesem Jahr, wie bereits anlässlich der Wettkämpfe in den vergangenen Jahren, wiederum über 200.000 Zuschauer vor Ort waren – und das, obwohl die Veranstaltung wegen der Gefahr einer Sturmflut bereits mit den Siegerehrungen am 29. August, also einen Tag früher als geplant, beendet wurde.

Und eben diese Zuschauerzahlen bereiteten den Veranstaltern und Organisatoren in der Vergangenheit immer wieder Sorgen: Wild-Camper, die Durchführung privater Partys am Strand, Vandalismus, Lärmbelästigung und die hinterlassenen Müllmassen riefen neben dem Ordnungsamt und der Polizei auch die Leitung der Nationalpark-Verwaltung auf den Plan, denn das Gelände des Kitesurf World Cups befindet sich im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Das gesamte Gebiet inklusive des Strandparkplatzes ist wegen seiner Einmaligkeit von der UNESCO zum Weltnaturerbe der Menschheit erklärt worden.

Wie jetzt ein Treffen zur Auswertung des Events beim Tourismus-Ausschuss von St. Peter-Ording ergab, konnte ein für dieses Jahr beschlossenes Verkehrs- und Sicherheitskonzept dank des Zusammenwirkens von Tourismus-Zentrale, dem Veranstalter, der DLRG und der Polizei erfolgreich umgesetzt werden.
Gut organisiert konnte auch abseits der sportlichen Höchstleistungen für die Gäste etwas geboten werden, so z.B. das weltweit größte Abendbrot an einem 155,9 Meter langen Tisch, an dem hunderte von Menschen ihr Essen einnahmen und was zudem einen Eintrag im Guinness Buch der Rekord einbrachte. Eingeladen wurde abends zu Life-Acts, tagsüber waren sportliche Betätigungen wie Beach-Volleyball, Slackline, Pump Track und Beach-Soccer möglich und wurden gut angenommen.

Und wie wird es in St. Peter-Ording mit dem Kitesurfen weitergehen? Im Nationalpark müssen natürlich Regeln und Festlegungen eingehalten werden. So wird im Bundesverkehrsministerium derzeitige die Befahrensregelung für das Wattenmeer, die noch aus den Jahren 1992 und 1997 stammt, also aus Zeiten, in den Kitesurfing noch keine Rolle gespielt hat, überarbeitet. Kitesurfer können mit sehr hohen Geschwindigkeiten auch durch flacheres Wasser fahren und z.B. Seehunde und Vögel auf den Hochwasserratsplätzen erheblich stören, weshalb entsprechende Reviere ausgewiesen werden müssen, denn letztlich kann ihre Sportart auch erhebliche Beeinträchtigungen, sprich die Vertreibung von geschützten Tierarten, zur Folge haben, was nicht gewollt sein kann..
Ein Kompromiss zwischen Naturschutz und Freizeitaktivitäten funktioniert nur, wenn sich die Kitesufer an die damit verbundenen Regelungen halten.

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