Fischereihafen in Friedrichskoog oder Die Hoffnung stirbt zuletzt

29. Jun 2015 |

Fischereihafen in Friedrichskoog oder Die Hoffnung stirbt zuletzt

Aber Hoffnung gibt es für den traditionsreichen Fischereihafen gibt es jetzt wohl nicht mehr. Am Dienstag, den 19. Mai hatte die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts in Schleswig eine entsprechende Klage der Gemeinde und eine Sammelklage mehrerer Anwohner und ortsansässiger Unternehmen gegen die vom Wirtschaftsministerium beschlossene Schließung des Hafens zurückgewiesen und damit einen „Rechtsanspruch auf den Weiterbetrieb des Hafens“ abgelehnt.

Der Beschluss zur Aufgabe des Hafens als Landeshafen, insbesondere wegen seiner zu geringen Auslastung, geht auf eine Entscheidung der früheren schwarz-gelbe Koalition aus CDU und FDP zurück.
Begründet wurde diese Entscheidung insbesondere mit den erheblichen Kosten, die der Unterhalt des Hafens verursacht: So wird z.B. mit jeder Flut mehr Sediment in den Hafen gespült als mit der Ebbe wieder abfließt. Ein Bagger muss daher jährlich im Schnitt 100.000 Kubikmeter Sand wegschaffen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 350.000 Euro jährlich. Dem gegenüber stehen nur noch etwa 73 Kutter-Anläufen im Jahr, die nach der Berechnung der Landesregierung den Steuerzahler rund 10.000 Euro pro Anlauf kosten. Außerdem seien jährlich nur noch rund 100 Tonnen Krabben in Friedrichskoog angelandet worden, hieß es von dort.

Der Friedrichskooger Hafen wurde am Außentief der 1853/54 erbauten
Schleuse angelegt und bereits 1883 wir der erste Friedrichskooger Krabbenkutter in der Fischereistatistik verzeichnet.
Mit der Einrichtung eines Bahnanschlusses im Jahr 1884 entstanden gute Voraussetzungen für die stärkere Entwicklung des Krabbenfangs und dessen Absatz und Vermarktung. Trotzdem wuchs die Friedrichskooger Flotte zunächst nur langsam. 1894 zählte man 4 und vor dem Beginn des 1. Weltkrieges erst 10 Kutter.
Insbesondere bauliche Maßnahmen, die auch der Sicherung bei Sturmfluten dienten, veranlasste viele Fischer aus den benachbarten Kögen, ihre Kutter in den Hafen Friedrichskoog zu verlegen. Friedrichskoog wurde in seiner Blütezeit als Anlauf- und Liegeplatz mit fast 70 Kuttern der zweitgrößte Krabbenfischereihafen in Schleswig-Holstein. Zwischen 1916 und 1928 mussten sogar weitere Anlegeplätze gebaut. Heute ist Friedrichskoog nur noch Heimathafen für einige wenige Krabbenkutter und Hobbyboote.

Ob es angesichts der Entscheidung des Schleswiger Verwaltungsgerichtes, das in seinem Urteilsspruch eine Berufung gegen die Entscheidung vor dem Oberverwaltungsgericht wegen der besonderen Bedeutung für eine örtliche Werft zugelassen hatte und ob nun tatsächlich zum 1. Juni das Sperrwerkstor geschlossen wird, bleibt abzuwarten – Die Hoffnung stirbt zuletzt

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