Deutsches Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten – Attraktion abseits der Autobahn

17. Okt 2016 |

Deutsches Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten – Attraktion abseits der Autobahn

Autobahnen haben den Vorteil, dass sie einen schnell und meistens auch problemlos von A nach B bringen. Der Nachteil des Fahrens auf diesen Trassen ist, dass Sehenswertes und Sehenswürdigkeiten dabei rechts und links der Autotrasse einfach unberücksichtigt bleiben.
Deshalb einen Tipp: Statt der Autobahn A 20 einfach einmal jeweils ab Rostock oder ab Stralsund die B 105 benutzen und etwa in der Mitte dieser Strecke dann die kleine Stadt Ribnitz-Damgarten als Tor zur Region Fischland-Darß-Zingst erreichen – direkt gelegen am Saaler Bodden und unweit der Ostseeküste.Die knapp 16.000 Einwohner zählende Stadt, ein staatlich anerkannter Erholungsort, hat sich in den vergangenen Jahren durch vielfältige Investitionen in die Infrastruktur und die liebevolle Sanierung der Altstadtkerne zu einem Juwel mit vielen Sehenswürdigkeiten entwickelt.

Die „Bernsteinstadt“ mit dem „Deutschen Bernsteinmuseum“

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, die eigentlich aus zwei Stadtteilen, nämlich Ribnitz und Damgarten besteht, gehören auf jeden Fall u.a. das „Rostocker Tor“, in dem in den Sommermonaten interessante Ausstellungen zur Stadtgeschichte stattfinden, die Stadtkirche „St. Marien“, in der außer Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen regelmäßig Konzerte, Ausstellungen und Führungen stattfinden sowie der in direkter Nähe liegende großzügig gestaltete Ribnitzer Marktplatz mit dem 2007 eingeweihten Brunnen „Bernsteinfischer“ des Rostocker Bildhauers Thomas Jastram.

Und hiermit wird direkt auf eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt hingewiesen, von der sich der Nameszusatz „Bernsteinstadt“ ableitet – das Bernsteinmuseum, das sich heute im Dominahaus des Klarissinnen-Klosters befindet: Im Jahr 1954 wurde im ehemaligen Kloster das Ribnitzer Heimatmuseum eingerichtet. In den damals lediglich vier Ausstellungsräumen wurde die Geschichte der Stadt mit dem Doppelnamen dargestellt. In einem der Ausstellungsräume wurde im Jahr 1963 ein “Bernsteinzimmer” eingerichtet. Die Sammlungen rund um den begehrten Stein mit all seinen schönen Facetten entwickelten sich rasant und mit großem Enthusiasmus. Stetige Erweiterung und Ausbau der Sammlungen führten dazu, dass hier heute eine der bedeutendsten und umfangreichsten Bernsteinausstellungen Europas zu besichtigen ist. Dazu verhalfen u.a. auch die herausragenden Leihgaben der TUI AG, die aus ihrem Besitz zahlreiche Exponate der Bernsteinsammlung der einstigen Staatlichen Bernstein-Manufaktur im damaligen Königsberg zur Verfügung stellte.

Anschaulich wird hier mit rund 1.600 Exponaten ein umfassender Einblick in die Natur-, Kunst- und Kulturgeschichte sowie in die Verarbeitung des Baltischen Bernsteins geboten. Herausragendes Exponat und ein äußerst seltener Fund ist dort u.a. ein im Bernstein eingeschlossener Geckokopf, denn nur etwa ein Dutzend im Bernstein eingeschlossene Reptilien sind weltweit bekannt. Auch ein etwa 3,5 Kilogramm schweres Fundstück gibt es hier zu besichtigen. 1975 durfte sich die Sammlung offiziell als „Bernsteinmuseum“ bezeichnen und zur Jahrtausendwende erhielt das Museum den Ehrennamen „Deutsches Bernsteinmuseum“ durch den Museumsverband Mecklenburg-Vorpommern verliehen.

Traditionelle Bernsteinverarbeitung und moderne Schaumanufaktur

Wie bereits erwähnt hat die Verarbeitung des Baltischen Bernsteins, das Bernsteinkunsthandwerk, hier mit dem in Silber gefassten „Fischlandschmuck“ mit aufgelöteten filigranen Applikationen maritimer Motive wie Fische, Seesterne, Anker oder Segelschiffe bereits seit 1932 eine lange Herstellungsgeschichte. Nach Zwangsverstaatlichung in der damaligen sowjetischen Besatzungszone wurde zunächst im Volkseigenen Betrieb (VEB) „Fischlandschmuck“ nach dieser Tradition weiterhin Bernsteinschmuck hergestellt. Seit 1959 in „VEB Ostsee-Schmuck“ umfirmiert war der Betrieb den 50er und 60er Jahren der größte Schmuckproduzent der damaligen DDR.

In der heutigen OSTSEESCHMUCK GMBH wird diese langjährige Tradition fortgeführt – hier dreht sich alles um den Bernstein und die Bernstein-Schmuckproduktion. Eine in Deutschland einmalige Attraktion wird dem Besucher der Bernsteinstadt mit der Schaumanufaktur der OSTSEESCHMUCK GmbH geboten.

In der gesamten Ausstellung über drei Etagen findet sich eine Vielfalt von Bernsteinanwendungsvariationen und gleichzeitig gibt es die hervorragende Möglichkeit des Einkaufs von Bernsteinartikeln.

In der Bernsteinschleiferei kann man sich mit den Mitarbeitern vor Ort unterhalten und ihnen aus nächster Nähe „auf die Finger“ sehen. Aus verständlichen Gründen nur hinter Glas kann man beobachten, wie in der Goldschmiedewerkstatt hochwertiger Gold- und/oder Silberschmuck in filigraner Feinarbeit – auch in Verbindung mit Bernstein – hergestellt wird. Für die Besucher besteht hier sogar die Möglichkeit, eigene Schmuckstücke reparieren zu lassen.

Zu sehen und auch zu kaufen gibt es wunderbare Schmuckstücke in allen Preislagen und auch interessante, herrlich und für den „normalen“ Geldbeutel wohl unbezahlbare Ausstellungsstücke – wir befinden uns hier schließlich in der größten Bernsteinverkaufsausstellung Europas

Bernstein- Schaumanufaktur
Ostsee-Schmuck
18311 Ribnitz-Damgarten
An der Mühle 30

Öffnungszeiten
Montag – Freitag: 9.30 – 18.00 Uhr
Samstag: 9.30 – 16.00 Uhr
Sonn- und Feiertags geschlossen

Deutsches Bernsteinmuseum
Im Kloster 1-2
18311 Ribnitz-Damgarten

Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich 9.30 – 18.00 Uhr
November bis März:
Dienstag – Sonntag 9.30 – 17.00 Uhr

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