Der Tag des offenen Denkmals 2018

7. Sep 2018 |

Der Tag des offenen Denkmals 2018

EU-weit und auch in Nordfriesland – „Entdecken, was uns verbindet.

Nach dem Ende der Sommerferien, verbunden mit oft hektischen Anreisen zu den Urlaubszielen über Autobahnbaustellen und verstopften Landstraßen, nach Bahnausfällen und Zugverspätungen und Annullierungen von Flügen und nach einem Sommer, der von den Temperaturen schon oft an den Grenzen des Erträglichen war, ist nun wieder Zeit, einmal durchzuatmen und die Tagesziele mit Ruhe und Gelassenheit, aber immer wieder mit Neugier anzugehen. Und Sonntag, der 9. September bietet hier schon einmal etwas für Kulturfans, für Interessierte an der Landesgeschichte und Wissbegierige an der Architektur – am „Tag des offenen Denkmals“ können Besucher wieder alte Denkmäler besichtigen.

Mehr als 7.500 Denkmale in ganz Deutschland laden ein

Einer guten Tradition folgend – immerhin wird in Deutschland dieser Tag 2018 bereits zum 25. Mal begangen – können am „Tag des offenen Denkmals“, wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im September, besondere Orte, Gebäude, Parks oder archäologische Stätten betreten werden, zu denen man normalerweise keinen oder nur begrenzten Zutritt hat, die oft nur an diesem Tag ihre sonst meist verschlossenen Türen für die Besucher öffnen. Dazu werden vielfach Sonderführungen durch fachkundige Eigentümer, Kuratoren, Archäologen oder Restauratoren angeboten, die bisher oft unbekannte oder kaum beachtetet Aspekte eines Denkmals beleuchten.

Der Tag des offenen Denkmals steht dieses Jahr unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ und zusätzlich im Zeichen des „Europäischen Kulturerbejahres 2018“. Die kulturelle Vielfalt und ein demografischer Wandel verändern unsere Gesellschaft. Jahrzehntelange Gewissheiten werden im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung oft besonders in Frage gestellt. Aber Denkmale sind identitätsstiftende Zeugnisse unserer kulturellen Herkunft. Ihr geschützter Status vermag Beständigkeit auszustrahlen, und ihr Erhalt ist ohne behutsame Veränderungen nicht möglich.

Der „Tag des offenen Denkmals“ wird seit 1993 bundesweit koordiniert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Er kommt nur dank der Initiative vieler Institutionen, Kreise, Städte, Gemeinden, Verbände, Vereine, privater Denkmaleigentümer und Bürgerinitiativen zustande. Mit ihren Besuchern gehen die Veranstalter des Tags des offenen Denkmals auf Spurensuche europäischer Einflüsse in deutschen Denkmalen. Dabei verfolgen sie etwa Fragestellungen nach der Herkunft von Handwerkern und Handwerkstechniken, Baumaterialien oder Stilelementen.

Nordfriesland ist dabei! 8 historische Gebäude zu besichtigen

Verteilt über ganz Schleswig-Holstein können Besucher am „Tag des offenen Denkmals“ wieder rund 160 Denkmäler besichtigen. Dabei liegen die Hauptschwerpunkte der an diesem Tag u.a. geöffneten Gutshäuser, Kirchen, Friedhöfe, Parkanlagen und Mühlen mit knapp 40 Objekten in Lübeck, 5 Denkmäler in Kiel und 6 Denkmäler in Flensburg.

Aber auch der Kreis Nordfriesland ist, wie bereits in den vergangenen Jahren, wieder mit dabei und bietet dem interessierten Publikum, den Architektur- und Geschichtsliebhabern insgesamt immerhin sogar 8 vielfältige Objekte, die zu Streifzügen in die Vergangenheit einladen, verbunden mit dem Ziel, eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und gleichzeitig Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

 

Hier kommen alle diejenige auf ihre Kosten, die sich für Schlösser interessieren: Das Schloss vor Husum, König-Friedrich V.-Allee in 25813 Husum,

einst außerhalb der Stadtgrenze gelegen, heute mitten im Zentrum der Stadt … Das Schloss vor Husum ist das einzige Schloss an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Im und am Husumer Schloss gibt es Einiges zu entdecken: Das eigentliche Schloss mit Schlossgraben, Schlosspark und weiteren zugehörigen Gebäuden: Schloss; 1577 bis 82 von Herzog Adolf von Gottdorf als Nebenresidenz anstelle eines Franziskanerklosters errichtet, 1613 bis 1694 Witwensitz, 1751/52 von Landbaumeister O. J. Müller zum Amtshaus umgebaut und dabei zahlreiche baufällige Teile und nicht mehr benötige Nebengebäude, wie der Westflügel, abgebrochen, 1976 bis 1992 Restaurierung und rekonstruierender Wiederaufbau der Anlage durch die Architekten Jørn Overby Gram Karsten Rønnow; auf einer Insel liegende Schlossanlage. Das gesamte Schloss-Ensemble „Schloss vor Husum“ ist als Kulturdenkmal geschützt.

Am Tag des offenen Denkmals ist der Eintritt in das Schlossmuseum „Schloss vor Husum“ kostenfrei.

 

Auch das nächste Objekt befindet sich in Husum, der Kreisstadt des Kreises Nordfriesland: Das Nordfriesland Museum. Nissenhaus, Herzog-Adolf-Straße 25 in 25813 Husum.

Das Nissenhaus entstand nach Entwürfen von Georg Rieve, erbaut von 1933 – 1937. Zweigeschossiger Satteldachbau mit hakenförmigem Anbau und halbrunden Standerkern, Eingangsrisalit mit Freitreppe, Portal und rundbogigem Drillingsgiebel mit Bauplastik von A. Blaue, Ziegelbau mit expressionistischer Gliederung und Terrakottaornamenten; Außenanlage; nach dem Entwurf von Harry Maaß; zeitgleich; Grünfläche mit Bäumen und Teich sowie Backsteineinfriedung mit Eisenbändern, Freitreppe und Fahnenmasten. Im Nordfriesland Museum erfahren die Besucher viel über Deichbau, Küstenschutz und historische Sturmfluten und über Ludwig Nissen, den Museumsstifter, einen Husumer Auswanderer, der in New Yorker Millionär wurde.

Am Tag des offenen Denkmals ist im Nordfriesland Museum. Nissenhaus Husum der Eintritt frei.

 

Das nächste Objekt, das zum „Tag des offenen Denkmal“ einlädt ist die Alt-kath. Pfarrkirche St. Theresia, Osterdeich 1 in 25845 Nordstrand.

1662 von holländischen Deichbauern errichtet, Backsteinsaalbau in den Formen der niederländischen Renaissance. Die Seitenwände und die Giebelfront, die den Dachreiter mit einer achteckigen Laterne trägt, sind reich mit Blendbögen gegliedert. Am Turmschaft über dem Portal steht in großen Lettern D O M, was der Kirche den Namen Theresiendom einbrachte.

Vorgesehene Aktionen am 9. September:

  • Friedhofsführung 11.30 Uhr,
  • Kirchenführungen 14 und 17.30 Uhr durch Dekan Jens Schmidt
  • 10 Uhr Eucharistiefeier,
  • 30 – 18 Uhr Kirchencafé im Gemeinderaum geöffnet,
  • 18 Uhr meditativer Abschluss

Öffnungszeiten am 9.9. von 10 – 18 Uhr (sonst 9 – 19 Uhr geöffnet)

 

Nächstes Ziel am „Tag des offenen Denkmals“ könnte das Haus Peters, Dörpstraat 16 in 25882 Tetenbüll sein.

Gebaut um 1760, bis 1955 Wohntrakt eines ehemaligen Haubargs der Familie Peters. Innen ist ein ehemaliger Kolonialwarenladen von 1820, die wohl älteste, an ihrem Ursprungsort erhaltene und öffentlich zugängliche, ländliche Hökerei in Schleswig-Holstein. Küche und Stuben haben gründerzeitliches Mobiliar. Seit 1991 wird das Haus als Museum, Galerie und Ausstellungsort genutzt. Ein historischer Bauerngarten umgibt das Gebäude.

Vorgesehene Aktionen am 9. September:

  • Ausstellungsführung mit Einblick ins Atelierleben, in Techniken und Malweisen 15 Uhr durch Hartmut R. Berlinicke
  • Ausstellung: Windige Geschichten mit Druckgrafiken und Aquatintaradierungen von Hartmut R. Berlinicke

Öffnungszeiten am 9.9. von 11 – 18 Uhr (sonst Di – So März – Mai 14 – 18, Juni – Sept. 11 – 18, Okt. – Dez. 13 – 17 Uhr geöffnet)

 

Die nächsten Objekte befinden sich im Norden des Kreises Nordfriesland, so z.B. auch die Reetdachkate, Fischerweg 6, in 25927 Aventoft:

Der langgestreckte Rotsteinbau mit Reetdach wurde ca. 1676 erbaut und im 18. Jh. Um einen Klassenraum vergrößert, um es als Schulhaus zu nutzen. Bis 1953 war es Wohnhaus der Küsterfamilie. 1973 erwarb das Ehepaar Schmidt aus Berlin das Reetdachhaus und restaurierte es aufwendig. Im Dachgeschoss richtete der Künstler und Architekt Rolf Dietrich-Schmidt sein Atelier ein, das in kompletter Ausstattung erhalten ist. 2009 unter Denkmalschutz gestellt, seit Ende 2010 im Eigentum der Rolf-Dietrich-Schmidt-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Vorgesehene Aktionen am 9. September:

  • Führungen um 15, 16 und 17 Uhr durch Birgit Jacobs
  • Kaffee und Kuchen

Öffnungszeiten am 9.9. von 14 – 18 Uhr

 

Im Ortsteil Fahretoft der Gemeinde Dagebüll befindet sich das Hans-Momsen-Haus, Gabrielswarft, 25899 Dagebüll Fahretoft:

Das uthlandfriesische Haus mit Anbau ist das Geburts- und Wohnhaus

des Universalgelehrten Hans Momsen (1735-1811) und wurde 1680 erbaut. Seit 1967 vermerkt und 1980 als Kulturdenkmal eingetragen. Es diente bis zum Erwerb durch die Hans-Momsen-Gesellschaft als Mietshaus und wurde danach restauriert und in seinen ursprünglichen Bauzustand versetzt. Seit 2015 Museum.

Vorgesehene Aktionen am 9. September:

  • Führungen nach Bedarf durch Frau Johannsen, Herrn Dr. Momsen und Georg Böhm

Öffnungszeiten am 9.9. von 14 – 17 Uhr (sonst Fr – So 14 – 18 Uhr und auf Anfrage geöffnet)

 

Gar nicht so weit entfernt befindet sich ein weiteres Angebot für den „Tag des offenen Denkmals“, die Rimberti-Kirche, Dorfstraße in 25924 Emmelsbüll-Horsbüll, Emmelsbüll

Die barocke Hallenkirche stammt von 1768, Holz-Tonnengewölbe mit einer Malerei. Dieses und der Emporenfries sind aus der Entstehungszeit erhalten. Altar und Kanzel wurden im 17. Jh. eingebaut. Die Sandsteintaufe ist aus dem 12. Jh. Außerdem gibt es eine Markussenorgel mit funktionierendem Blasebalg und einen alten, dekorierten Türsturz.

Die Emmelsbüller Kirche steht in ihren heutigen Ausmaßen, die der Niebüller Kirche entsprechen, seit 1768 auf der Kirchwarft im Dorf und ist damit die größte Kirche in der Wiedingharde. Sie hat ihren Namen nach Rimbert, dem zweiten Bischof von Hamburg.

Vorgesehene Aktionen am 9. September:

  • Führungen 14 und 16 Uhr durch Rolf Wiegand, Vorsitzender der Kirchengemeinde
  • 10 Uhr Gottesdienst mit Gospelchor Joyful Voices, 19 Uhr musikalischer Ausklang

Öffnungszeiten am 9.9. von 10 – 18 Uhr (sonst Mai – Sept. 10 – 17 Uhr geöffnet)

 

Und last but not least kann ein Besuch der St.-Laurentius-Kirche,

Dorfstraße, in 25926 Karlum empfohlen werden. Bei der Anreise bitte aufpassen – die Kirche liegt etwas abseits des kleinen Ortes.

Der spätromanische Backsteinbau mit seinen dafür typischen Rundbogenfenstern wurde um 1200 erbaut, Umbauten 1875-78. Zur Ausstattung gehören eine der ältesten noch erhaltenen Glocken des Landes, der romanische Taufstein, der Altar von 1661, das frühgotische Triumpf-Kreuz aus dem 13. Jh., die reich verzierte Renaissancekanzel von 1578 und drei große Gemälde aus der Schule der flämisch-holländischen Barockmalerei von 1670.

Vorgesehene Aktionen am 9. September:

  • Führungen 11 – 16 Uhr stündlich durch Karin Tuxhorn
  • 17 Uhr Konzert: Männerchor vom Heiligen Wladimir aus Moskau mit sakralen Chorsätzen, Lobgesängen und Volksweisen

Öffnungszeiten am 9.9. von 11 – 19 Uhr (sonst Di. 10 – 12 und Do. 14 – 16 Uhr geöffnet)

 

Denkmalschutz und Denkmalpflege lebt von einer engagierten Bürgerschaft, die bei der Erhaltung des kulturellen und geschichtlichen Erbes hilft. Viele Menschen engagieren sich hierfür in Vereinen und Institutionen unermüdlich und überwiegend ehrenamtlich für die Denkmallandschaft in Nordfriesland. Möge der interessierte Besucherstrom besonders an diesem Tag ein ausdrücklicher Dank und zugleich Würdigung und Anerkennung für deren Arbeit  sein.

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